Hônen Shônin

月かげのいたらぬさとはなけれども 
ながむる人の心にぞすむ。

(法然上人)

„Es gibt keinen Ort, den der Mond nicht beleuchtet.
Aber er erfüllt nur die Herzen derer mit Licht, die ihn ansehen.“
Hônen Shônin

Hônen Shônin 法然上人 (1133-1212)

(der folgende Text ist eine Übersetzung von der japanischen Homepage der Jôdo Shû.
Link zum Originaltext: https://jodo.or.jp/about/ (Absatz 2))

Hônen Shônin wurde unter dem Namen Seishimaru im Jahr 1133 in dem Dorf Inaoka in der heutigen Präfektur Okayama geboren. Sein Vater war der Kriegerklasse zugehörig [und ein lokaler Polizeibeamter]. Als Jugendlicher stieg Seishimaru auf den Berg Hiei in der Nähe von Kyôto, um am dortigen Hauptsitz der buddhistischen Tendai-Schule mit den Übungen und dem Studium des Tendai-Buddhismus zu beginnen. Schon nach einigen Jahren wurde ihm der Ruf zu Eigen, „unter den 3000 Schülern des Hiei-Bergs der Erste unter den Weisen“ zu sein. Moderner ausgedrückt, hatte er sich wohl zur absoluten Elite unter den Studenten emporgearbeitet.

Allerdings hat Hônen selbst das nach eigenem Bekunden keinesfalls so empfunden. Er konnte die verschiedenen Mönchsregeln nicht befolgen, keine einzige Übung zufriedenstellend durchführen, und kam insgesamt über sich selbst zu dem strengen Urteil, dass er ziemlich dumm und einfältig sei.

Diese Selbstbetrachtung führte ihn zu dem Gedanken, „Wenn das Mitgefühl Buddhas nicht auch und erst recht die Menschen umfasst, die wirklich in Not sind und Schwierigkeiten haben, welchen Sinn hat es dann? Gerade die von weltlichen Sorgen und Begierden („bonnô“) erfüllten gewöhnlichen Menschen („bonbu“) müssen davon befreit werden. Zu diesem Zweck muss es doch eine einfache Möglichkeit der Übung und Lehre geben.“. Von diesem Gedanken erfüllt, begab Hônen sich auf die Wahrheitssuche. Mit dem „bonbu“ (gewöhnlichen Menschen) meinte er niemand anderen als sich selbst.

Auf der Suche nach wahrer Befreiung

Als Hônen neun Jahre alt war, wurde sein Vater in einem Kampf mit den Verwaltern des lokalen Grundherren tödlich verletzt. Seinem Sohn hinterließ er die Worte, „Meinen Tod zu rächen, würde nur zu mehr Feindschaft und Hass führen. Durchbreche diesen Kreislauf und begib dich auf den Weg Buddhas. Finde einen Weg zur Befreiung vieler Menschen!“.
Diese Worte haben wohl zu Hônens Entschlossenheit beigetragen, sich auf die Suche nach der wahren Befreiung zu begeben.

Aber soviel er auch in den Schriften studierte, fand er keine Lehre, die ihn vollends überzeugt oder begeistert hätte. So verließ er im Alter von 24 Jahren den Berg Hiei, um in der alten Tempelstadt und früheren Hauptstadt Nara einige Tempel zu besuchen und die dortigen Mönche zu befragen. Doch auch hier fand er keine befriedigenden Antworten. So kehrte er wieder zum Berg Hiei zurück und begab sich an das intensive Studium einer riesigen Menge an Sutren und buddhistischer Literatur.

Überzeugt von der Lehre des Nenbutsu

Schließlich wurde er fündig. Eine Schrift des chinesischen Mönchs Zendô Daishi (chin. Shandao, 613-681) aus der Zeit der Tang-Dynastie überzeugte ihn davon, dass nur [Buddhas] Lehre vom  Nenbutsu (die Anrufung Amida Buddhas mit den Worten „Namu Amida Butsu“) die Möglichkeit biete, alle Menschen von Leiden und Kummer zu befreien. In der Zwischenzeit ist er 43 Jahre alt geworden. Dreißig Jahre waren vergangen, seitdem er zum ersten Mal auf den Berg Hiei gekommen war.

Im Jahr 1175 wurde schließlich[, auf Hônens neuer Lehre gründend], die Jôdo Shû („Schule des Reinen Landes“) als neue, eigenständige Konfession innerhalb des japanischen Buddhismus gegründet.
(Ende der Übersetzung)


Hier eine kleine Literaturauswahl: